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Im Tal des Todes

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Krushe e Vogel

Am 24. März 1999 griff die NATO in den Kosovokrieg ein und begann das damalige Jugoslawien zu bombardieren. Gleichzeitig überfielen serbische Paramilitärs mehrere Dörfer im Süden und begingen schwerste Kriegsverbrechen an der kosovo-albanischen Zivilbevölkerung.

Das Vorgehen war in jeder Ortschaft gleich: Die Milizen vertrieben Mütter und Kinder, vergewaltigten junge Frauen. Die Männer wurden in Scheunen gesperrt und mit Kalaschnikows beschossen.

Der organisierte Blutrausch dauerte mehrere Tage und geschah unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit: der Fokus der internationalen Medien war auf die NATO-Bomben gerichtet.

Als die Frauen aus den Bergen zurückkehrten, waren ihre Männer, Söhne, Väter, Brüder, Cousins tot und ihre Häuser niedergebrannt.

 

Krushe e Vogel gelangte als «Dorf der Witwen» zu trauriger Bekanntheit: nur sechs der 109 Männer haben das Massaker überlebt.

 

Aus purer Not gründete Fahrije Hoti 2005 mit anderen Witwen eine Agrar-Kooperative. Heute sagt sie: »Mit diesem Projekt wurden wir zu Heldinnen im Kosovo. Dank der Arbeit konnten wir unsere Traumen überwinden – oder wenigstens unseren Schmerz lindern.«

Der Frieden steht auf wackligen Beinen. In Krushe e Vogel war ein Viertel der Bevölkerung serbisch. Übrig geblieben sind einzig die Ruinen ihrer Häuser, die aus Rache von den Kosovo-Albanern niedergebrannt wurden. Zurückgekehrt ist bis heute keine einzige serbische Familie. Für die Aufarbeitung der traumatischen Verbrechen, als Grundlage für eine Versöhnung, scheint nicht nur das Geld zu fehlen, sondern auch die Bereitschaft — auf beiden Seiten.