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Kreislauf

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Fünf Schweizer Gestalterinnen in fünf Städten, die in den Bereichen Textil-, Industrie- und Produktdesign an zukunftsweisenden Lösungen arbeiten und den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verpflichten. Was die fünf Frauen zu Vorreiterinnen macht: eine Haltung, die auf Interdisziplinarität und Nachhaltigkeit fusst.

 

Veronica Antonucci in ihrem Atelier in Biel.

Auf dem Goldschmiedetisch liegen eine Feile und Handskizzen, und in einer grauen Kiste unter dem Bücherregal versammelt sich das, was sie in der lokalen Industrie bei Leuchtschriftenproduzenten kiloweise einkauft: PMMA-Reststücke. Die vier Majuskeln stehen für den langen Namen eines Kunststoffes, den man auch Acryl- oder Plexiglas nennt.

Mit dem Laser schneidet die 37-Jährige daraus geometrisch abstrakte, leuchtendblaue und tiefviolette Formen, die von der 60er-Jahre-Pop-Art der Schweizer Kunstschaffenden Susi und Ueli Berger, Markus Raetz und Urs Lüthi inspiriert sind und die von Menschen mit Behinderung in der Bieler Stiftung Dammweg zu Ohrringen montiert werden. Upcycling-Ohrringe, die mittlerweile international gefeiert werden.

Als Designerin, Geschäftsführerin, Mutter und Mitglied der Gesellschaft geht es Stéphanie Estoppey um eine Balance. Sie ist eine, die den Überblick im Auge behält und sich als Vermittlerin sieht: «Zusammenhänge verstehen, Potenziale ausschöpfen und Werte hochhalten», seien ihre Botschaft und Verantwortung, weshalb sie im Juni die Charta der Circular Economy Switzerland unterzeichnete, einer Schweizer Organisation, die der hiesigen Kreislaufwirtschaft einen Schub geben möchte.

Störhäute wurden als Abfallprodukte verbrannt, bevor Sabina Brägger kam und als Teil ihrer Bachelorarbeit ein Verfahren erarbeitete, das Fischhaut zu Leder macht und dabei ausschliesslich pflanzliche Gerbstoffe einsetzt. Sie schuf ein neues Material und sich einen Namen, plus eine Nische – und doppelte mit ihrer Masterarbeit nach: Wolle aus dem Fell des Bisons.

Die zweieinhalb Wochen junge Maris schlummert im Maxicosi, als ihre Mutter Lisa Ochsenbein strahlt und sagt: «Ich war überrascht.» Sie spricht vom langjährigen SBB-Chefarchitekt Uli Huber, der sie als «förderungswürdige Gestalterin» mitauszeichnete, als er den Berner Design Preis erhielt. Ein Drittel des Preisgeldes ging an die 34-jährige Industriedesignerin, die mit Vorliebe Schnittstellen aktiviert, «weil dort am besten erkennbar wird, was alles gestaltbar ist».