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Alpenpioniere

Alpenpioniere bringen den Hanf zurück auf den Teller.

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Hanf – eine Pflanze, die zu Unrecht in Verruf geraten ist. Sie enthält nämlich wertvolle Inhaltsstoffe, zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren und Proteine. Deshalb finden die Bündner Alpenpioniere, es sei an der Zeit, mehr mit der Pflanze zu kochen. Sie bringen den Hanf zurück auf den Teller.

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Alpenpionier – hinter dem schönen Wort stecken engagierte Menschen, die dafür sorgen wollen, dass wir wieder Hanf essen. Wie dies in früheren Zeiten schon in den Bündner Bergdörfern geschah. Dort wurde Hanf für die Seilproduktion angebaut; die Samen respektive Nüsse der Pflanze dienten als Nebenprodukt als nährstoffreiche Zutat in der Küche.

Gärtner Emanuel Schütt, der aus Maienfeld GR stammt, wollte diese Hanf-Tradition wieder aufleben lassen. Vor sechs Jahren begann er, mit ersten Hanfflächen zu experimentieren. Vor drei Jahren kam Lebensmitteltechnologe Carlo Weber dazu.

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Neben der Tradition gibt es einen weiteren Grund, dass sich die Bündner derart für ihr Projekt begeistern: der gesundheitliche Aspekt. Die Hanfnuss ist reich an hochwertigem pflanzlichen Protein. Hanföl weist zudem eine optimale Fettsäuren-Zusammensetzung auf: Es ist reich an Alpha-Linolensäure, einer wichtigen Omega-3-Fettsäure, die zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut beiträgt. Es enthält ausserdem Vitamin E, welches dazu beiträgt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Mittlerweile bauen 36 Bio-Bauern für die Alpenpionier-Produkte Hanf auf fast 60 Hektaren an.

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«Ich mag Hanf sehr. Er gibt Gerichten eine leicht nussige Note und einen guten Crunch. Gleichzeitig schmeckt Hanf ziemlich dezent», sagt Starköchin

Rebecca Clopath. Sie kommt ursprünglich aus der Sternegastronomie und vertritt das Konzept der Naturküche. Vor Kurzem übernahm sie den elterlichen Bio-Bauernhof in Lohn GR auf 1600 Metern über Meer. Sie unterstützt das Projekt unter anderem damit, dass sie ein eigenes Hanf-Kochbuch entwickelte.

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Textausschnitte von Deborah Lacourrège

Fotografiert von Gabi Vogt