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Die grosse Überfahrt

Unterwegs auf der einzigen Kuhfähre in der Schweiz.

Eine Reportage von Stephan Rappo.

Die Kühe vom Pfäffikoner Bauern Josef Häcki sind die einzigen Kühe der Schweiz, die nur per Boot auf ihre Weide kommen.

Der Bauer bewirtschaftet als Pächter die Weiden der Insel Ufenau im Zürichsee, die im Besitz der Klosters Einsiedelns ist.

Insgesamt 25 ausgewählte Rinder bringt er im Frühling und im Herbst bei jedem Wetter zur Insel.

Sein Fährkahn, aus dem Jahr 1920, befördert je 6 Tiere, die zuerst of mühselig eingeladen werden & während der 10 Minuten-Fahrt Ruhe bewahren müssen.

Von Bord gegangen ist Josef Häcki in seinen 30 Jahren als Pächter aber noch keine Kuh.

Stephan Rappo hat die grosse Überfahrt im Auftrag der Schweizer Familie 2016 fotografiert.
Die entstandene Reportage wurde mit dem Swiss Press Photo Award 2017 in der Kategorie Schweizer Geschichten ausgezeichnet.

Weitere Infos

  • Reportage vom: 13.03.2017
  • Bilder von: Stephan Rappo
  • Bildlizenz: Rights Managed

Kategorie

Reportage Feature (Longform-Reportagen)

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Insgesamt hat Josef Häcki um die 80 Milchkühe, 50 Rinder, 2 Stiere & rund 30 Kälber auf seinem Bauernhof in Pfäffikon am Zürichsee.
Auf die Insel dürfen, als Auflage des Klosters Einsiedeln, nur weibliche Kühe, die jährig sind und noch nicht gekalbt haben.

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Der Bauer Josef Häcki.

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Die Kühe werden vom Traktoranhänger direkt zur Bootsrampe gefahren. Das Verladen ist gerade bei unerfahrenen Kühen oft eine Gedulds- und Kraftprobe.

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Die Überfahrt selber entspannt die Kühe meistens. Angebunden und auf einem rutschsicheren grünen Teppich stehend lassen sie den See unter sich passieren.

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Die Überfahrt findet jedes Jahr im Frühling und im Herbst statt. Auf der Insel weiden die Tiere jeweils nur ein paar Wochen.

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Die Insel selbst ist seit dem Jahr 965 im Besitz des Klosters und beherbergt neben einer Kapelle auch eine 1141 erbaute Kirche.

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Nach dem Anlegen wird jedes Rind einzeln losgebunden und zur Rampe geführt. Dieses Manöver erzwingt die Helfer oft, unter den Kühen nach vorne zu kriechen.
Aber einmal losgebunden, verlassen die Kühe die Fähre wesentlich schneller als sie sie betreten haben.

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Während der Weidezeit besucht Josef Häcki seine Kühe täglich, auch um Wasser und Zäune zu kontrollieren.
Die Weiden auf der Insel findet er "paradiesisch." Seine Tiere finden dort Butterblumen, Schaumkraut, Löwenzahn und mehr.