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Freier Fluss

Wie ein kleiner Ballon die Herzchirurgie revolutionierte.

Eine Reportage von Anne Gabriel-Jürgens.

1977 sind Dölf Bachmann (im Bild oben rechts) und sein Herz, eher unverhofft, ein Teil der Medizingeschichte geworden.

Als er mit einem akutem Herzinfarkt ans Unispital Zürich kam, wurde ihm als erstem Menschen weltweit mit einer Ballondilatation eine Blockade in einer herznahen Arterie gelöst.

Minimalinvasiv und bei vollem Bewusstsein.

Der Erfinder der Methode, Andreas Grüntzig, und seine Mitstreiterin Maria Schlumpf, mussten gegen alle Widerstände für ihre Idee kämpfen.

Ballondilatation am Herzen zu den häufigsten medizinischen Eingriffen weltweit und rettet Millionen von Leben.

Erschienen im GEO Kompakt.

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Der Chirurg Andreas Grüntzig (unten links) und seine wissenschaftliche Assistentin Maja Schlumpf konnten oft nur nach Feierabend und daheim an ihrer Idee tüfteln. Zentral war dabei unter den vielen Möglichkeiten den richtigen Kunststoff für den Ballon zu finden (Bild rechts).

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Andreas Grüntzig verstarb 1985 bei einem Unfall in den USA. Auch nach der erfolgreichen Operation an Dölf Bachmann und anderen, blieben die Schweizerischen und Europäischen Spitäler skeptisch. In den USA half man Grüntzig und seiner Methode aber zum weltweiten Durchbruch.

Maja Schlumpf (links) unterstützte ihren Kollegen auch nach dessen Auswanderung weiter den Ballon und die Forschung weiter zu treiben.

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Dölf Bachmann ist heute 81 Jahre alt. Der Bündner wandert viel und seine Arterie ist seit der Operation vor 40 Jahren offen geblieben.

Die Erinnerungen an die Operation, und auch den Jubel der zuschauenden Kollegen nach dem erfolgreichen Eingriff, ist für ihn immer noch ein bewegender Moment.