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Der Grenzzaun - eine schwere Störung des Gewohnten

Die Schweiz im Ausnahmezustand

Eine Geschichte von Roland Schmid.

Zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg, hat die Schweiz ihre Grenzen dicht gemacht. Grenzen, welche in den letzten Jahrzehnten kaum mehr von der Bevölkerung wahrgenommen worden waren, eine unsichtbare Linie, welche von den Bewohnern beider Seiten völlig frei überschritten werden konnte.

Die Pandemie liess die Behörden wieder Trenngitter hochziehen, Absperrbänder signalisieren die Grenze des Begehbaren und ziehen die Grenzlinien nach, die Während des 2. Weltkriegs mit Stacheldraht verstärkt worden waren.

Für uns Europäer, die wir an Freiheit gewohnt sind, sind diese Einschränkungen eine schwere Störung des Gewohnten.

Die Zäune und Absperrbänder wurden zum neuen Treffpunkt für jene Menschen, die der Coronavirus geografisch getrennt hat: sich Liebende, Freunde und Familien. Sie drücken sich gegen die Gitterstäbe, um miteinander zu reden, Bier zu trinken und gemeinsam zu rauchen oder, wenn möglich, eine Matte unter dem Absperrband auszubreiten, um Liebkosungen auszutauschen. Liebe lässt sich nicht einfach wegsperren.

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